Amazon Prime Reading – Was ist dran?

Bei dem Wörtchen „Amazon“ sträuben sich bei mir ein bisschen die Haare und ich spüre so ein zwiespältiges Gefühl. Wenn ich durch mein kleines Städtchen gehe, sehe ich immer häufiger leer stehende Gebäude. Die lokalen Händler geben sich geschlagen und kapitulieren vor der Übermacht der Online-Händler und Ketten.  Geht man durch die größeren Städte, schlägt einem der Ketten-Einheitsbrei entgegen: Thalia, Pimkie, New Yorker, und wie sie alle heißen. Deswegen blutet mir ehrlich gesagt immer wieder ein bisschen das Herz, wenn  ein kleiner, sich  seit vielen Jahrzehnten in Familienbesitz befindender Laden schließt. Vielleicht bin ich altmodisch. Fakt ist aber, dass ich daher Amazon (und auch andere Ketten) so gut es geht umgehe. Ich kaufe bewusst in kleinen Läden. Trotzdem bin ich Nutzer von Amazon Prime. Das Prime-Video-Angebot ist für mich als Serienjunkie einfach zu verlockend. Und nun wurde Amazon Prime ein weiterer Dienst hinzugefügt: Amazon Prime Reading.

Amazon Prime Reading

Amazon Prime Reading – Was ist das?

In Amazon Prime steckt mittlerweile viel mehr, als nur kostenloser und rascher Versand. Als Nutzer greift man auf ein gut aufgestelltes Streaming-Angebot an Serien und Musik zurück. Und das alles für 69 € (oder günstiger mit Studentenrabatt) im Jahr. Das ist – zugegeben – eine klasse Leistung. Und nun also auch noch Amazon Prime Reading. Hiermit erhalten Nutzer von Prime Zugriff auf viele Bücher, Comics und Zeitschriften – ganz einfach kostenlos. Gelesen werden können die eBooks auf einem Kindle-Reader oder auf einem mobilen Gerät mit entsprechender Kindle-App.

Das Angebot

Ich habe noch nie gelesen, was die Menschen aktuell bewegt. Daher ist mir leider unbekannt, welche Autoren gerade in sind. Demzufolge kann ich nicht mit Sicherheit sagen, wie gut Amazon Prime Reading in diesem Bereich aufgestellt ist. Mein Bauchgefühl sagt: da geht noch mehr. Dafür habe ich einige – für mich – Hochkaräter gefunden: Harry Potter, Juli Zeh, Richard Castle. Das Sortiment ist momentan noch beschaulich, aber mit Sicherheit ist für jeden etwas dabei. Die wirklichen Größen findet man aber natürlich (noch) nicht, Amazon will schließlich auch noch ein bisschen verdienen.

Handhabung

Die Handhabung ist kinderleicht. Mit nur einem Klick landet das Buch in der von mir genutzten Kindle-App für das iPad. Die App selbst ist okay, auch wenn ich von der Kobo-App ein bisschen verwöhnt bin. Diese spricht mich optisch und von den Funktionen her einfach etwas mehr an. Die Bücher lassen sich aber dennoch sehr angenehm lesen und besonders eine Funktion gefällt mir besonders gut: häufig markierte Textstellen. Da ich auch einige Bücher für die Universität in der Kindle-App lese, ist es immer spannend, welche Stellen andere Leser interessant oder wichtig fanden.

Fazit

Mit Amazon Prime Reading schürt der Konzern meine Hassliebe nur weiter. Ich bin dankbar für das Angebot und werde es nutzen, auch wenn ich lieber die Hände vom Versandhandelriesen lassen würde. Ich hoffe, dass bald noch weitere Bücher dem Sortiment hinzugefügt werden. Aktuell sind es nur einige Bücher, die wirkliches Interesse bei mir wecken.

 

Was denkt ihr? Amazon Prime Reading – eine gute Idee? Habt ihr’s schon ausprobiert? 

 

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2 Kommentare

  1. Hallo Lisa,

    ich kann deinen inneren Konflikt da voll verstehen. Ich habe zwar kein Prime, aber auch ein Kundenkonto beim großen A, auch wenn ich’s lieber nicht hätte.
    Wenn es irgendwie geht, bestelle oder informiere ich mich lieber auf anderen Websiten oder eben direkt im Laden.
    Aber manchmal (gerade bei englischsprachigen Büchern) bleibt einem kaum eine Wahl. Ich würde daher niemanden verdamme, der dort einkauft und die Angebote nutzt.

    Dennoch, Bücher über A. zu lesen, wäre für mich nur die letzte Möglichkeit. Es gibt ja Leihbibliotheken und ich hoffe, dass Verlage auch Konzepte wie die App Papego in den nächsten Jahren noch ausbauen werden… :/ Ansonsten werde ich irgendwann wohl auch schwach werden, fürchte ich.

    Viele Grüße und Chapeau zu so viel Ehrlichkeit!
    Jennifer

    1. Hallo Jennifer 🙂

      Nun, in der Leihbibliothek bin ich ja ohnehin eine Extrembesucherin 😀 Seit 25 Jahren jeden Monat, ohne Wenn und Aber. Allerdings ist unsere heimische Bibliothek zumindest bei manchen Büchern die ich lese nicht gut aufgestellt. Das verüble ich auch nicht, da ich einen speziellen Geschmack habe und ganz sicher von den üblichen Lesern unserer heimischen Bibliothek abweiche. Man muss ja kaufen, was gelesen wird. Und nur für die Lisa mal ein Buch bestellen… is nich drin, auch wenn ich schon ehrenamtlich oft dort mitgearbeitet habe 😀 Und Bücher kaufen ist für mich immer so… neeeeeh. Die gammeln dann bei mir nur rum und so. Ich kaufe lieber nur dann Bücher, wenn ich weiß: Das Buch lese ich sicher mehrmals. Oder es handelt sich eben um ein Schätzchen. Was das angeht finde ich Amazon Prime Reading da schon echt nett. Habe ein Buch dort gefunden, dass in keiner der zwei Bibliotheken in denen ich angemeldet bin zu finden war. Nun kann ich es endlich doch mal lesen.

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